Die Energiewende entscheidet darüber, wie wir künftig leben, wirtschaften und unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen. Auch im Zollernalbkreis stehen wir vor der Aufgabe, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung miteinander zu verbinden. Der Ausbau der Windenergie ist dabei ein zentraler Baustein für eine nachhaltige und unabhängige Energieversorgung.
Als Kreisverband Zollernalb von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben wir deshalb eine klare Position zum Ausbau der Windenergie in unserer Region erarbeitet. Darin zeigen wir auf, wie Windkraft naturverträglich, sozial gerecht und mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden kann. Gleichzeitig machen wir deutlich, welche Verantwortung der Zollernalbkreis im Rahmen der bundesweiten Energiewende trägt.
Unsere vollständige Position zur Windenergie im Zollernalbkreis können Sie im folgenden Text nachlesen. Zusätzlich stellen wir das Dokument auch als PDF zum Download zur Verfügung.
Position zur Windenergie im Zollernalbkreis des Kreisverbandes Zollernalb
Die Energiewende ist die zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale
Wertschöpfung. Als Kreisverband Zollernalb bekennen wir uns klar zum Ausbau der Windenergie vor Ort.
Windkraft ist ein entscheidender Baustein eines nachhaltigen und unabhängigen Energiesystems –
ökologisch, sozial und wirtschaftlich sinnvoll.
Wir unterstützen die Vorgaben des Wind-an-Land-Gesetzes, das für die Region ein verbindliches Teilflächenziel von 1,8 % der Regionsfläche vorsieht, sowie die Festlegung von 0,2 % für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Der Zollernalbkreis muss seinen Beitrag leisten, damit Baden-Württemberg und ganz Deutschland die Energiewende erfolgreich umsetzen können.
Der Kreisverband Zollernalb von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzt sich klar für einen naturverträglichen, zügigen und sozial gerechten Ausbau der Windenergie ein, um eine weitgehende Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen und die Energiewende in der Region aktiv zu unterstützen. Windenergie ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines nachhaltigen Energiesystems: Sie schafft regionale Wertschöpfung, erhöht die Versorgungssicherheit und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und globalen Rohstoffmärkten. Dabei verstehen wir Windkraft nicht nur als technische Notwendigkeit, sondern als Ausdruck von Solidarität gegenüber Regionen, die bereits heute große Lasten der Energieversorgung tragen – sei es durch Tagebau in NRW oder durch große Offshore- und Onshore-Windparks in Norddeutschland.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen* bestätigen die Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Windenergie. Moderne Anlagen wie die Vestas V172-7.2 MW erzeugen Strom zu niedrigen Kosten, weisen eine CO₂-Bilanz von lediglich 5–8 g/kWh auf und die Rotoren bestehen zu fast 90 Prozent aus recycelbaren Materialien. Die Stromgestehungskosten des Fraunhofer ISE zeigen darüber hinaus, dass Windenergie an Land zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung gehört. Gleichzeitig lässt sich Windkraft im Zollernalbkreis naturverträglich realisieren: Eingriffe werden ausgeglichen, neue Habitate geschaffen und strenge naturschutzfachliche Kriterien eingehalten.
Um diese Potenziale zu nutzen, fordert der Kreisverband die vollständige Umsetzung der 1,8-Prozent-Flächenvorgabe für Windenergie in der Region sowie die konsequente Ausweisung und Priorisierung geeigneter Standorte mit ausreichender Windleistungsdichte. Zudem setzen wir uns für starke Bürgerbeteiligung, kommunale Teilhabe und transparente Kommunikation ein, damit Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger finanziell profitieren und die Energiewende lokal verankert wird. Dazu gehören Bürgerfonds, Beteiligungsmodelle, kommunale Pachten, Gewerbesteuereinnahmen und lokale Stromtarife. Zentral ist, dass technische, ökologische und gesellschaftliche Kriterien zusammen gedacht werden, sodass Windenergie im Zollernalbkreis nicht nur möglich, sondern zu einem regionalen Erfolgsprojekt wird.
Der Ausbau der Windenergie im Zollernalbkreis gelingt nur, wenn alle relevanten Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen. Unsere Position richtet sich daher an Bürgerinnen und Bürger ebenso wie an kommunale Entscheidungsträger, Projektentwickler, Behörden und die Landes- und Bundespolitik. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen – insbesondere das Wind-an-Land-Gesetz mit der Vorgabe von zwei Prozent Landesfläche und dem regionalen Teilflächenziel von 1,8 Prozent für die Region Zollernalb – setzen dabei klare Leitplanken, deren Einhaltung wir einfordern. Wir erwarten von den Kommunen, dass sie diese Vorgaben aktiv unterstützen und Planungsverfahren konstruktiv begleiten. Gleichzeitig brauchen Bürgerinnen und Bürger transparente Informationen, faire Beteiligungsangebote und die Sicherheit, dass ökologische Standards eingehalten werden.
Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden wird, die durch klare gesetzliche Vorgaben gesteuert, von der Region getragen und von der Bevölkerung vor Ort mitgestaltet wird.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Zollernalb
- *https://www.ise.fraunhofer.de/en/publications/studies/cost-of-electricity.html
- *https://balticwind.eu/irena-report-onshore-and-offshore-wind-the-most-cost-competitive-power-generation-globally
- *https://www.iea.org/energy-system/renewables/wind
- *https://renewablemarketwatch.com/blog/irenas-renewable-power-generation-costs-study-shows-renewable-energy-is-the-most-cost-effective-source-of-new-electricity-generation-in-2024