Am Samstag, 09. Mai 2026, lud der Kreisverband Zollernalb von Bündnis 90/Die Grünen zum Mandatsträgerinnen-Treffen ins Evangelische Gemeindezentrum Auf Stiegel in Albstadt-Tailfingen ein. Teilgenommen haben Vertreterinnen aus Kreistag, Gemeinderäten, Kreisvorstand, Kreisgeschäftsführung sowie aus den Ortsverbänden Albstadt und Balingen. Ziel des Treffens war der Austausch über aktuelle kommunalpolitische Herausforderungen im Zollernalbkreis und die Frage, wie grüne Politik vor Ort stärker vernetzt und wirksamer gestaltet werden kann.
Ein Thema des Vormittags war die regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien. Im Vortrag wurde deutlich: Windkraft, Photovoltaik und Wärmeplanung sind nicht nur Klimaschutzthemen, sondern auch Fragen kommunaler Handlungsfähigkeit. Entscheidend ist, ob Einnahmen, Beteiligungsmöglichkeiten und wirtschaftliche Effekte vor Ort bleiben – etwa über Stadtwerke, Bürgerenergiegenossenschaften, faire Pachtmodelle und Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden.
In der Diskussion wurde zugleich deutlich, dass Kommunen und Stadtwerke bei der Umsetzung vieler Projekte stark gefordert sind. Netzausbau, Wärmeplanung, Investitionsbedarf und begrenzte personelle Kapazitäten machen deutlich: Die Energiewende vor Ort braucht nicht nur politische Ziele, sondern auch tragfähige Strukturen, Kooperation und fachliche Unterstützung. Als konkreter nächster Schritt wurde eine zentrale Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung bei erneuerbaren Energien angedacht.






Breiten Raum nahm auch der Austausch über Kinderbetreuung ein. In Albstadt wurde über die deutliche Reduzierung der Ganztagesbetreuung in städtischen Kindertageseinrichtungen berichtet. Kritisch diskutiert wurden fehlende Plätze, starre Betreuungsformen und die Frage, wie Familien mit unterschiedlichen Arbeitsrealitäten besser unterstützt werden können. Zugleich wurde deutlich, dass nicht nur finanzielle Fragen, sondern auch die Gewinnung und Bindung von Fachkräften eine zentrale Herausforderung bleibt.
Auch aus Balingen und Hechingen wurden Erfahrungen eingebracht. Dabei ging es unter anderem um angepasste Öffnungszeiten, neue Betreuungskonzepte und regelmäßige Rückmeldungen von Eltern. Vereinbart wurde, dass die Gemeinderatsfraktionen Gebührenlisten und Vergabekriterien für Kita-Plätze austauschen, um die Situation in den Kommunen besser vergleichen und politisch einordnen zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Schulen, Schulstandorte und kommunale Gebäude. Die Teilnehmenden berichteten über laufende Sanierungen, Sportstättenplanungen und teils kontroverse Diskussionen vor Ort. Dabei wurde deutlich: Gute Bildung braucht verlässliche Infrastruktur – von Kitas über Grundschulen bis zu weiterführenden und beruflichen Schulen. Zugleich gilt gerade angesichts knapper Haushalte: Sanieren, erhalten und klug weiterentwickeln ist oft nachhaltiger als vorschneller Abriss.
Besprochen wurde außerdem, wie grüne Arbeit in Kreistag und Gemeinderäten sichtbarer werden kann. Anträge, Haushaltsreden, Initiativen und politische Erfolge sollen künftig regelmäßiger für Website und Social Media aufbereitet werden. Denn wer vor Ort Verantwortung übernimmt, muss auch erklären, welche Ziele verfolgt werden und welche konkreten Verbesserungen damit verbunden sind.
Das Treffen zeigte: Grüne Kommunalpolitik im Zollernalbkreis arbeitet an vielen Stellen gleichzeitig – für Klimaschutz und regionale Wertschöpfung, für gute Betreuung und Bildung, für soziale Teilhabe und für handlungsfähige Kommunen. Der Kreisverband wird diesen Austausch weiterführen und die Zusammenarbeit zwischen den grünen Mandatsträger*innen im Landkreis weiter stärken.