Balingen, 08. Oktober 2026 – Unter dem Titel „Mitten im Wandel. Wechseljahre ohne Tabu“ lud der Beirat Soziales von Bündnis 90/Die Grünen am Donnerstagabend ins Café Weitwinkel in Balingen ein. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über ein Thema auszutauschen, das noch immer zu selten offen angesprochen wird und doch so viele gesellschaftliche Auswirkungen hat.
Im Mittelpunkt des Abends standen die vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Veränderungen, die Frauen während der Wechseljahre erleben. Dabei wurde das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Fachliche Informationen, persönliche Erfahrungen sowie gesellschaftliche und gesundheitspolitische Aspekte fanden gleichermaßen Raum.
Christine Fuchs, Mitglied im Beirat Soziales von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung eines offenen Dialogs. Wechseljahre beträfen die Hälfte der Bevölkerung und seien dennoch vielfach noch mit Unsicherheiten und Tabus verbunden. Ziel der Veranstaltung sei es gewesen, Wissen zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und den Austausch untereinander zu fördern.
Als Referentin konnte Frau Ruthardt-Storz, Wechseljahreberaterin, gewonnen werden. In ihrem Vortrag erläuterte sie die körperlichen und emotionalen Veränderungen während der Wechseljahre und zeigte auf, welche Möglichkeiten Frauen haben, mit Beschwerden und Herausforderungen umzugehen. Dabei wurde deutlich, dass jede Frau diese Lebensphase unterschiedlich erlebt und individuelle Wege der Unterstützung wichtig sind.
In der anschließenden Gesprächsrunde entwickelten sich lebhafte Diskussionen. Die Teilnehmerinnen berichteten von eigenen Erfahrungen, stellten Fragen und tauschten sich über Unterstützungsangebote aus. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, das Thema stärker in Gesellschaft, Arbeitswelt und Gesundheitsversorgung zu verankern.
Frau Ruthardt-Storz machte dabei auch auf die wirtschaftliche Dimension aufmerksam: „Die Wechseljahre verursachen einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. In Deutschland sprechen wir jährlich von 9,4 Milliarden Euro. Wir müssen anfangen hinzuschauen und auf die Bedürfnisse der betroffenen Frauen zu reagieren. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, auf die Erfahrung und Kompetenz von Frauen in dieser Lebensphase zu verzichten.“ Viele Frauen stünden mitten im Berufsleben, übernähmen Verantwortung in Familie und Beruf und verdienten eine stärkere gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Wechseljahre ein natürlicher Abschnitt im Leben der Frauen sind und offen besprochen werden sollten. Mit der Einladung zu diesem Abend setzte BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Aufklärung und gesellschaftliche Akzeptanz.
Am Ende waren sich alle einig: Die zentrale Botschaft des Abends war, dass unsere Töchter von unserem heutigen Wissen profitieren werden. Mehr Offenheit und bessere Informationen könnten dazu beitragen, dass Frauen künftiger Generationen informierter, selbstbestimmter und ohne Tabus durch diese Lebensphase gehen.



Der Beirat Soziales bedankt sich herzlich beim Team des Café Weitwinkel dafür, dass die Veranstaltung in seinen Räumen stattfinden konnte. Vielen Dank für die Gastfreundschaft und den Raum für einen offenen Austausch über die Wechseljahre!