Erinnerungsarbeit auf Augenhöhe: Cindy Holmberg zu Gast bei den Grafenschrecks in Grafeneck

Gomadingen/Grafeneck. Wie kann Erinnerungsarbeit lebendig, inklusiv und zugleich eindringlich sein? Eine besondere Antwort darauf geben die Grafenschrecks in der Gedenkstätte Grafeneck. Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg die Gedenkstätte und nahm an einem Rundgang der inklusiven Gruppe teil. Gemeinsam mit weiteren Teilnehmenden war sie zuvor von Münsingen nach Grafeneck geradelt.

Die Grafenschrecks vermitteln die Geschichte Grafenecks nicht nur mit historischen Informationen, sondern auch mit persönlichen Perspektiven, Gedichten, Rap und kreativen Elementen. So entstand ein Rundgang, der tief berührte und zugleich Raum für Leichtigkeit ließ, es wurde geweint, aber auch gemeinsam gelacht.

„Mich hat besonders beeindruckt, wie die Grafenschrecks Geschichte vermitteln: selbstbewusst, persönlich und auf Augenhöhe. Menschen mit Behinderungen sind hier nicht Gegenstand der Erinnerung – sie gestalten die Erinnerungsarbeit selbst. Das macht diesen Rundgang so besonders und so wichtig“, sagt Holmberg, stellv. Fraktionsvorsitzende aus dem Wahlkreis Hechingen Münsingen.

1940 wurden in Grafeneck 10.654 Kinder, Frauen und Männer im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde ermordet. Heute ist Grafeneck zugleich Gedenk- und Lernort sowie Lebens- und Arbeitsort für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Einige Mitglieder der Grafenschrecks leben oder arbeiten selbst in Grafeneck und bringen damit auch ihre ganz persönliche Perspektive auf den Ort ein.

„Grafeneck mahnt uns, wohin es führen kann, wenn Menschen nach ihrem vermeintlichen Wert eingeteilt werden. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Umso wichtiger ist es, Grafeneck als Ort des Erinnerns und Lernens zu erhalten und diejenigen zu stärken, die diese Erinnerung heute mit Leben füllen. Die Grafenschrecks leisten dazu eine beeindruckende Arbeit“, so die Abgeordnete.

Feuervogel: Danke für euren Ei…